Fachbereich 7

Sprach- und Literaturwissenschaft


Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Lehrende

Das Feature als biografisches Erkundungsmittel [NDL3, WPBA]


DozentIn: Jan Decker

Veranstaltungstyp: Blockseminar

Ort: 93/E01: Donnerstag. 21.04.22, Samstag. 23.04.22 11:00 - 18:00, 35/E23-E24: Freitag. 22.04.22 11:00 - 18:00

Zeiten: Termine am Donnerstag. 21.04.22 - Samstag. 23.04.22 11:00 - 18:00, Ort: 93/E01, 35/E23-E24

Beschreibung: Das Radiofeature – die zweite radiofone Kunstform neben dem Hörspiel – ist ein Hybrid aus Hörspiel und Reportage, es besitzt demnach fiktionale wie faktuale Anteile. Und eigentlich sorgt diese Mischform des Radiofeatures, gekoppelt mit der durch das Radioprogramm vorgegebenen Länge (maximal 55 Minuten, also eine Stunde abzüglich der stündlichen Nachrichten), üblicherweise für eine Fokussierung auf die journalistische Seite seiner Form, auf das Reportagehafte eben, auf vordergründig thematisch oder gesellschaftlich interessante Stoffe. Stark in der literarischen Tradition – etwa im Hörspiel, viel häufiger noch im Roman – steht dagegen das Erkunden der eigenen Biografie von Autorinnen oder Autoren als Stoff eines Textes. Anhand meiner eigenen wie beispielhafter Features aus der Rundfunkgeschichte soll analysiert werden, inwiefern sich die radiofone Kunstform Feature allerdings – paradoxerweise, müsste man sagen! – besonders gut als literarisches Selbsterkundungsmittel zu eignen scheint. Ferner woran das (auch formal) liegen könnte und wie das Feature dann bezogen auf biografisch geprägte Texte der restlichen Literatur zu werten wäre: als eine Vorstufe solcher Texte, als eine eigenständige Textform oder als eine massenmediale Umsetzung eines literarischen Topos? Im Seminar sollen dazu biografisch geprägte Radiofeatures aus vergangenen Jahrzehnten gehört und eingeordnet werden, unter anderem auch mein Feature „Erich Loest die Probleme“ (Deutschlandfunk Kultur 2015). Außerdem soll zu diesem Osnabrück-Feature eine digitale Karte mit Handlungsorten und Informationen zu diesen Orten aufbereitet werden, um konkret nachzuvollziehen, wie „komplexe“ biografische Anliegen in einem Massenmedium heruntergebrochen werden können. Schließlich wollen wir gemeinsam die Webseiten der „International Feature Conference (IFC)“ erschließen (https://www.ebu.ch/projects/radio/euroradio-international-features) – das heißt: Informationen und Materialien von dort gemeinsam sichten und auswerten –, um zu vermessen, was der theoretische und praktische Stand des Features heute ist. Immer mit der Frage im Hintergrund, ob das Feature als biografisches Erkundungsmittel eine fundierte Tradition, eine lebendige Gegenwart und eine aussichtsreiche Zukunft hat.


zur Veranstaltung in Stud.IP