Fachbereich 7

Sprach- und Literaturwissenschaft


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Lehrende

Die ,Minneburg' (BA: Aufbaumodul FN/ÄDL2A oder B)


DozentIn: Prof. Dr. phil. Harald Haferland

Veranstaltungstyp: Seminar

Ort: nicht angegeben

Zeiten: Mo. 14:15 - 15:45 (wöchentlich)

Beschreibung: Die vor 1350 entstandene ‚Minneburg‘ gehört zu den im 14. Jahrhundert verbreiteten Minneallegorien, die sie in ihrer umfänglichsten Form repräsentiert (sie besteht aus knapp 5500 Versen). Minneallegorien, wie sie als bemerkenswerter Auswuchs der hochmittelalterlichen Minnekultur besonders im 14. Jahrhundert verbreitet sind, greifen ein Skript oder Handlungsschema auf – wie z. B. die Jagd –, um es allegorisch auf einen anderen Lebensbereich zu beziehen, in diesem Fall auf die Liebeswerbung. Oder sie deuten eine Anordnung von Objekten mitsamt ihren Eigenschaften auf eine übertragene Ebene hin aus. Vielfach integrieren sie auch Personifikationen.
In der ‚Minneburg‘ begibt sich ein Ich-Erzähler auf einen Spaziergang, auf dem er vom Weg abgerät und zur landschaftlich abgelegenen und gut geschützten Minneburg gelangt. Er betritt die Burg und kann in ihrem Innern die Zeugung und Geburt des Minnekindes beobachten. Ein gelehrter Meister erläutert ihm die Bedeutung des Vorgangs und erklärt, was es mit dem Minnekind auf sich hat. In einem Frage-Antwort-Dialog werden dann Eigenschaften der Minne behandelt. Im Weiteren wird der Sturm des Minnekindes gegen die Burg Freudenberg mit Eroberung der Burg erzählt. Hier kommt es zur Hochzeit, und die Gegenminne wird geboren. In einer abschließenden Gerichtsszene werden drei Minnekasus verunglückter Minne verhandelt.
Der für heutige Leser fremd und eigenartig anmutende Text soll auf dem Hintergrund der Gattung der Minnerede und des allegorischen Erzählens interpretiert werden. Im Vordergrund steht zunächst vor allem seine kontinuierliche Lektüre. Dabei soll die Fähigkeit zur selbstständigen Lektüre mhd. Texte vertieft werden, denn eine Übersetzung der ‚Minneburg‘ existiert nicht. Wir werden uns also regelmäßig im Meeting-Raum (über BigBlueButton) treffen und uns zunächst gemeinsam durch den Text hindurcharbeiten. Sie müssen dabei nicht perfekt übersetzen können, sondern sollen sich darauf einstellen, den Text zu verstehen. Nach und nach werden Sie auch im Mittelhochdeutschen sicherer werden.
Ein Scan des Textes wird zu Beginn des Seminars zur Verfügung stehen (er sollte am besten ausgedruckt werden; ein beim vorbereitenden Übersetzen heranzuziehendes Wörterbuch [Lexer] sollte vorhanden sein). Alle weiteren Materialien (Sekundärliteratur usw.) werden digital bereitgestellt.


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