Fachbereich 7

Sprach- und Literaturwissenschaft


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in memoriam Andy Jones

Memorial für Andy Jones (20.10.1982 – 03.10.2021)

Am 03. Oktober 2022 jährt sich der Todestag unseres langjährigen Kollegen Andy Jones zum ersten Mal. Andy war seit dem 1. April 2013 als Lektor in der Sprachausbildung des Instituts für Anglistik und Amerikanistik (IfAA) tätig, bevor er vor einem Jahr völlig überraschend und viel zu früh aus seinem Leben und dem Leben seiner Familie, seiner Freunde und seiner Kolleginnen und Kollegen gerissen wurde.

Ein Jahr ist vergangen und der Verlust von Andy ist uns immer noch – und immer wieder – schmerzlich bewusst. Wir vermissen ihn als engagierten, leidenschaftlichen Dozenten, wir vermissen seine Kreativität in der Sprachausbildung, seine gestalterische und vorausschauende Motivation im Aufbau und der Stabilisierung zentraler Ausbildungsstrukturen am Institut. Wir vermissen seine Begeisterungsfähigkeit und seine Fähigkeit, andere zu begeistern. Wir vermissen seine Menschlichkeit und seinen Humor, sein Lachen und wir vermissen seine Musik.

Andy Jones hat uns – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Studierenden am Institut – sehr viel gegeben, er hat seit Anbeginn ganz wesentlich das Profil, das Programm und die Methoden der Sprachausbildung vitalisiert und umgestaltet, das Institut verdankt ihm sehr viel.

Wir Kolleginnen und Kollegen erinnern uns oft an Andy, nach wie vor ist es unfassbar, dass er nicht mehr unter uns und mit uns sein kann.

Auch die Studierende haben vielfältige Erinnerungen an Andy Jones. Ihre Erinnerungen zeichnen das facettenreiche Bild des Menschen Andy Jones, der eine so große Lücke hinterlassen hat.

Diese Seite und die darauf versammelten Erinnerungen sollen sichtbares Zeichen unseres gemeinsamen Gedenkens und des Dankes an Andy Jones sein und bleiben.

 

 

Colleagues remember Andy

ad perpetuam memoriam

One year ago the university lost a beloved soul. Andy Jones was a pillar of the English department, cherished as an instructor, a colleague and a friend. We were lucky to share eight eventful and transformative years with Andy. Logically we are well aware that Andy has passed and that we have lost him. Emotionally, however, we continue to expect to see him in the hall or talk to him on the phone or meet him privately for a friendly chat. The unfortunate nature of life is to lose the ones that we love, the ones that we share our lives with, the ones who make life special, memorable. Andy was one of these people from the instance we first met to the final conversation we had. The anniversary of his passing provides us the opportunity to reflect on who Andy was and what he meant to all of us. It helps remind us of the values he vehemently defended and the path he forged through life. It is an occasion to reflect on our loss but also on the bountiful years that we shared as colleagues and friends.

In sincere condolence and lasting memory,

Robert Murphy and Isak Sexson

 

 

Studierende erinnern sich an Andy

 

Lieber Andy,

dass du in jeder Hinsicht da warst, dafür danken wir dir,

dass du nicht mehr hier bist, das merken wir,

und dass du das liest, das hoffen wir!

 

Wir kennen Andy als Lehrer an unserer Universität. Vielleicht hat man dazu gleich ein konkretes Bild im Kopf, aber Andy erfüllte alle möglichen Perspektiven: er war uns Begleiter, Mentor und Vorbild. Im Laufe der Studiensemester bot er sich als Vertrauensperson an und erfüllte für Viele diese Rolle. Es wurde immer deutlich, dass er an dem, was er tat Begeisterung fand und das ging auch auf uns über – ob wir begründen sollten, welche Frucht die beste ist, englische Zungenbrecher vortragen oder Songs schreiben. Andys Faszination für die Musik teilte er mit Vielen von uns und das wird er auch weiterhin tun. Einmal sagte er, dass er sich nicht gerne in den Mittelpunkt stelle und vermutlich ist es genau das, was ihm so viel Raum gab, uns allen gegenüber offenherzig zu sein.
Die folgenden Gedanken erzählen von diesen Erfahrungen mit Andy, für die wir sehr dankbar sind!

 

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Andy war ein Lehrer zum Anfassen. Wir haben ganz persönlich und offen im Seminar über unsere selbstgewählten Herzensangelegenheiten mit ihm diskutieren dürfen und auch dort so viel gemeinsam gelacht. Wir haben uns mit ihm endlos lange auf dem Flur verquatscht. Wir haben ganz spontan an seine Bürotür geklopft und haben ihm stundenlang unser Herz ausgeschüttet. Wir sangen mit ihm zusammen auf der Bühne und wir saßen mit samt seiner Familie abends am Esstisch. Wir haben nicht bloß einen Lehrer verloren, sondern ein Vorbild und einem Verbündeten gegen die täglichen Herausforderungen, mit denen das Leben um die Ecke kam. Ich habe einen Freund verloren. Ich wünschte du könntest miterleben, wie ich irgendwann zu einer wenigstens halb so guten Lehrerin werde wie du, Andy.

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Du warst immer da.
Dass du nicht mehr da bist, wird sich immer falsch anfühlen.

Du hast Unterstützung gegeben. Du hast uns aufgebaut. Du hast uns gesehen. Uns wahrgenommen. Uns ermutigt uns treu zu sein und unseren eigenen Weg zu gehen.

Deine gute Laune war ansteckend.
Du hast alles stets ein kleines bisschen heller, wärmer und schöner gemacht.

Bei jedem Schritt in der Uni, spürt man noch deine Anwesenheit.

Du bleibst ewig mein Vorbild und Mentor.
Ich bin dankbar einen Freund wie dich in meinem Leben gehabt zu haben.

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Wer das Glück hatte, Andy gekannt zu haben, der weiß eine Sache ganz genau – Andy hat Musik geliebt. Es gibt viele Menschen, auf die dies zutrifft, aber nur wenige, die die eigene Leidenschaft auf andere übertragen können. Auf irgendeine Art und Weise war das Thema Songwriting in seinen Veranstaltungen immer präsent. Andy hat mir und vielen anderen Studierenden dabei geholfen, unsere Stimme zu finden und uns gezeigt, wie wir unsere Gedanken in Worte und Melodien fassen und was wir damit bewirken können. Wir werden mit unseren Stimmen nun sicherstellen, dass seine niemals vergessen wird.

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Not everyone is as lucky to have a parent as accepting and understanding as Andy was. Having struggled with coming out to my family and still not being fully accepted by them, Andy was a safe haven to me as he was to all LGBTQIA+ students and friends. He was ally to anyone feeling out of place in this world. He provided safe spaces for people to be themselves. For this, I will forever be grateful. So will countless others. Because of him, we will keep walking through life a little bit taller, holding our heads a little bit higher. In this, his memory will live on. Thank you, my friend.

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Auf Andys Beerdigung durften wir eine Murmel auswählen, die uns an ihn erinnert, mit der wir etwas verbinden. Diese Murmel liegt nun in meiner Jackentasche. Ab und zu greife ich in diese Tasche, um nach meinem Schlüssel zu suchen. In diesem Moment ertaste ich die Murmel, nehme mir einen Moment Ruhe und schöpfe neue Kraft.